Die CAB ist Mitglied des SZBLIND, der Dachorganisation im Schweizer Blindenwesen. Der SZBLIND, und auch die CAB und viele weitere Verbände im Blindenwesen, machen sich seit Jahren dafür stark, dass blinde Menschen autonom, also unter Wahrung des Abstimmungsgeheimnisses, abstimmen können.
Ende November ist es so weit: Die Abstimmungsschablone wird im Rahmen der Volksabstimmungen vom 30. November im gesamten Kanton Zürich getestet.
Weitere Informationen zu diesem für blinde Menschen wichtigen Anliegen finden Sie in der Medienmitteilung des SZBLIND und in den Informationen der Bundeskanzlei sowie des Kantons Zürich als «Test-Kanton» der Eidgenössischen Volksabstimmungen vom 30. November 2025.
Im Portrait lernen Sie Roger Dietler kennen. Obwohl er praktisch blind ist, leistet er mit einem unglaublichen Erfindergeist seinen Alltag. Als Kursleiter bei der CAB zeigt er anderen Betroffenen, wie sie das technische Hilfsmittel «Milestone» optimal nutzen können. Im Fachartikel erfahren Sie mehr über das kleine Gerät, das für blinde und sehbehinderte Menschen so wertvoll ist. Wir freuen uns zudem, Ihnen Ruth Meier vorzustellen. Mit ihrem Hintergrund im Blindenwesen und einer Leidenschaft für die Arbeit im sozialen Bereich, ergänzt sie seit diesem Frühling das CAB-Team als Sachbearbeiterin in der Kursadministration. Und wie gewohnt bringt uns Roland Gruber in seiner Kolumne die Tücken des Alltags mit einer Sehbehinderung näher. Sensibilisierung ist ein wichtiges Anliegen der CAB. Dazu trägt auch der Tag des Weissen Stocks bei, der jedes Jahr am 15. Oktober weltweit begangen wird.
Beitragsbild: Teilnehmerin beim TV-Interview im Rebberg. Foto: Daniel Borter
Wissen Sie, was «wimde» bedeutet? Es ist übrigens Walliser-Dütsch. Oder sagen sie in Ihrem Dialekt vielleicht «wimmen»? Die 16 blinden und sehbehinderten Kursteilnehmerinnen und Kursteilnehmer des CAB-Weinseminars «In vino veritas» wissen längst, dass es ums Weinlesen geht. Und nicht nur das: Sie haben mit eigenen Händen mehrere Tonnen Trauben geerntet. Das diesjährige Weinseminar unter der Leitung von Daniel Borter konnte aufgrund der grossen Nachfrage gleich zweimal hintereinander durchgeführt werden, in Salgesch im Kanton Wallis. Die zweite der beiden Gruppen wurde vom Walliser Fernsehen Kanal 9 begleitet.
TV-Beitrag Kanal 9
Autorin: Silvia Graber
Sendegefäss: «Tagesinfo»
Ausstrahlungsdatum: 24.09.2025
Dauer: 4 min. 06 sec.
Das CAB-Weinseminar findet auch 2026 statt. Allerdings nicht im Wallis, sondern im Kanton Thurgau, in der Kartause Ittingen. Datum: 3. bis 7. September 2026. Geleitet wird es von der Önologin und Agrarwissenschaftlerin Laila Grillo.
Die Spannung steigt: Unser Kursprogramm mit rund 60 Angeboten mit Übernachtung und 25 Tageskursen geht am Montag, 1. September um 8 Uhr online. Schon ab heute, 29. August haben die Hörerinnen und Hörer des sbv-Telefon-Info-Systems VoiceNet und alle, die wollen, die Möglichkeit, sich alle Kursausschreibungen akustisch anzuhören. Wie das alles funktioniert und wie es am Montag mit den Kurs-Anmeldungen ablaufen wird erfahren Sie ab sofort auf unserer Seite Kurse.
Detailliert Auskunft über diesen einzigartigen Kurs gibt uns die Leiterin des CAB-Kurswesens, Andrea Vetsch, die den Kurs gleich selbst leiten wird.
Sie haben die Wahl, das Interview in einer transkribierten leicht gekürzten schriftlichen Form zu lesen; siehe unten. Oder im sympathischen Originalton von Andrea Vetsch. Hier geht’s zum Audio-Stream:
Die Audio-Datei des Interviews downloaden (rechte Maustaste und „Ziel speichern unter“ oder Link folgen).
Interview und Transkription: Newsletter MITTENDRIN, Roland Gruber
Foto: Andrea Vetsch im Wald in der Nähe des Hotels. Sie lacht und freut sich schon jetzt auf den CAB-Kurs im August.
MITTENDRIN: Andrea, ein Kurs für «Waldbaden». Was ist denn Waldbaden überhaupt?
AV: Ich wusste es früher auch lange Zeit nicht oder habe es falsch verstanden. Es hat nichts mit Badehosen zu tun, vielmehr badet man in der Atmosphäre des Waldes. Es handelt sich um eine japanische Achtsamkeitsmethode. Sie kam in den 1970er Jahren zu uns. In dieser Zeit begann sich unser Leben zu beschleunigen. In Japan fand dieser Prozess schon vorher statt. Es gab dort also schon Fälle von Burnout im Berufsleben. Die Japaner haben sich in jener Zeit überlegt, wie sie dem entgegenwirken können. Achtsamkeits-Praktiken gab es schon seit Längerem. Sie nahmen dann aber die Natur noch dazu und führten die beiden Komponenten (Achtsamkeit und Natur) zusammen. In der Schweiz hingegen kannten wir die Natur schon sehr gut, mit Bergen, Seen und Wald usw. Es gibt auch bei uns Studien die belegen: Die Entschleunigung mit Hilfe der Natur hat nicht nur eine doppelte, sondern eine mehrfache Wirkung auf unser zentrales Nervensystem und hilft somit zur Vorbeugung auf das Ausgebrannt-Sein.
Foto: Gruppenübung im Ausbildungskurs zur Shinrin-Yoku-Gesundheitstrainerin.
MITTENDRIN: Du absolvierst zurzeit eine Ausbildung und holst Dir sozusagen die Tools, um den CAB-Kurs im August leiten zu können. Was ist das für eine Ausbildung?
AV: Ja, ich absolviere derzeit eine Ausbildung zur Shinrin-Yoku-Gesundheitstrainerin. Das ist echt ein Privileg, dass ich diese Ausbildung machen kann. Es entspricht schon seit längerer Zeit meinem Wunsch, diese Ausbildung zu durchlaufen. Ich war nämlich schon immer ein «Wald-Kind», der Wald war mein Lieblings-Spielplatz. Wir hatten Ausbildungsblöcke im Kursraum, aber natürlich meistens im Wald. Es ist echt ein Glück, dass die Ausbildung im «Mattli» in Morschach stattfindet, das ich schon zu einem früheren
Foto: Da ist viel Dynamik in diesen Gruppenübungen. Shibashi im Wald.
Zeitpunkt als Austragungsort für den CAB-Kurs bestimmt hatte. Wir lernen in den verschiedenen Ausbildungsblöcken die Auswirkungen des Waldes auf das zentrale Nervensystem aber auch den Wald als spannenden Lebensraum kennen.
MITTENDRIN: Da musst Du aber keine schriftliche Arbeit verfassen, für diese Ausbildung, oder?
Foto: Die kleinen Dinge, wie eine Blume, sind es oftmals, die im Wald betrachtet und befühlt werden.
AV (lacht): Doch, doch, das habe ich noch vor mir, eine schriftliche Arbeit wird verlangt. Und drei Probelektion muss ich geben, eine davon habe ich schon hinter mir.
MITTENDRIN: Und dann erlangst Du ein Zertifikat?
AV: Ja, dann bin ich zertifizierte Shinrin-Yoku-Gesundheitstrainerin.
MITTENDRIN: Wann ist noch einmal das genaue Datum des CAB-Kurses?
AV: Von Freitag 22. Bis Montag 25. August. Der Kurs findet im Hotel Mattli Antoniushaus, Morschach statt. Anmeldeschluss ist der 23. Juni 2025. Die Durchführung des Kurses ist übrigens bereits gesichert, aber einige wenige freie Plätze gibt’s noch.
Foto: Vieles kann im Wald ertastet werden. Dies wird dann bestimmt auch im CAB-Kurs im August der Fall sein.
MITTENDRIN: Eine wunderschöne Location, das «Mattli» in Morschach…
AV: Ja, ich bin total Fan vom «Mattli». Nur schon die Lage, aber auch die Atmosphäre im Haus; wunderschön! Das «Mattli» ist ein Kraftort. Der Wald ums «Mattli» herum hat auf mich schon fast eine mystische Wirkung.
MITTENDRIN: Muss man für diesen Kurs besonders fit sein?
AV: Nein, eigentlich nicht. Wir praktizieren ja das achtsame Gehen, das ist eher langsam und gemütlich, und wir gehen nicht enorme Distanzen.
Foto: zum Abschluss eine japanische Teezeremonie.
MITTENDRIN: Es gibt Leute, die meinen, da müsse man Bäume umarmen; das stimmt aber nicht?
AV (lacht): Nein. Aber klar, wer will, darf schon Bäume umarmen. Aber eigentlich ist das nicht Teil des Kurses.
MITTENDRIN: Konkret, wie wird es ablaufen im Kurs?
AV: Wir kommen am Freitagnachmittag gemütlich an und werden nach dem Zimmerbezug miteinander einen Apéro einnehmen. Dann gibt es einen ersten Einblick in die Thematik. Am Samstag geht es dann natürlich in den Wald. Ich hoffe, es gelingt mir noch, einen Förster oder einen Waldbiologen als Fachperson hinzuzuziehen. Und am Samstagabend und am Sonntag wird noch Tanja Haas, die vielen von der kath. Behindertenseelsorge in Zürich her bekannt ist, bei uns sein. Sie ist Shibashi-Lehrerin. Shibashi ist eine Form von Qi Gong. In der Ausbildung habe ich gelernt, dass sich Shibashi und Waldbaden wunderbar kombinieren lassen. Ich freue mich riesig, dass Tanja zugesagt hat und wir so auch noch zusätzlich Shibashi-Übungen lernen können.
MITTENDRIN: In der Ausbildung hast Du Waldbaden mit Sehenden gelernt. Wie stellst Du es Dir für blinde und sehbehinderte Teilnehmende vor?
Foto: Andrea Vetsch im Rahmen ihres Ausbildungskurses. Hier entsteht gerade ein Wald-Mandala.
AV: Ja, das wird eine Herausforderung sein, auf die ich mich sehr freue. Man kann beim Waldbaden natürlich sehr viel über den Tast-Sinn spüren. Und auch der Geruchs-Sinn ist wichtig. Schön ist, dass meine Dozentin von der Ausbildung mich in diesem speziellen Prozess begleiten wird, weil sie es sehr spannend findet und weil das offensichtlich bisher für Blinde und Sehbehinderte in der Schweiz noch nicht angeboten wurde.
MITTENDRIN: Vielen Dank, Andrea, für diesen Einblick. Wir wünschen Euch für den Kurs gutes Wetter, das wäre bestimmt noch cool…
AV: Ja, das wäre cool. Aber wir gehen bei jedem Wetter. Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung. Danke.
SINNREICH - Eine inklusive Kunst- und Konzertperformance
Wir möchten Sie auf eine besondere für blinde und sehbehinderte Menschen barrierefreie kulturelle Veranstaltung hinweisen.
SINNREICH– Eine inklusive Kunst- und Konzertperformance
Tasten – Hören – Sehen: Willkommen im Reich der Sinne!
Musik, Kunst und Tanz verschmelzen in einer einstündigen Performance zu einem sinnlichen Erlebnis für Sehbeeinträchtigte und Sehende sowie für Hörbeeinträchtigte und Hörende!
Im Zentrum steht das sinnliche Spannungsfeld zwischen Musik, Kunst und Tanz. Die Kunstobjekte laden ein zum Berühren, Verformen und Ertasten.
Die Musik lässt sich nicht nur hören, sondern ebenso spüren. Auf mehreren Ebenen erreicht auch der Tanz das Publikum: mit Bewegungen in Kombination mit Stimme und Bodypercussion. Durch den offenen Bühnen-und Publikumsbereich verwischen die Grenzen zwischen den Betrachtenden und Performenden, es entsteht eine Verschmelzung der Künste und Sinne.
Gespielt werden Klavierwerke von 9 Komponistinnen aus 3 Jahrhunderten:
u.a. von Mel Bonis, Lili Boulanger, Florence Price, Amy Beach, und Fanny Hensel.
Die mehr als 150 freiwilligen Mitarbeitenden der CAB ermöglichen 1:1-Begleitung in fast allen Kursen. Eine davon ist Gertrud Eberle. Im Porträt erfahren Sie mehr über ihre Beweggründe, Betroffenen ihre Zeit zu schenken. Doch wie bereitet man sich auf eine solche Aufgabe vor? Details dazu erfahren Sie im Fachartikel zum Sensibilisierungstag. In dieser AUGENBLICKE-Ausgabe äussert sich zudem CAB-Geschäftsführer Rudolf Rosenkranz zur Wirkungsmessung der Kurse: Wie lässt sich die positive Veränderung im Alltag der Teilnehmenden messen? Eine grosse Wirkung auf den Alltag sehbehinderter Menschen hatte und hat auch die Brailleschrift, der wir zu ihrem 200-Jahr-Jubiläum einen weiteren Beitrag widmen. Und in seiner Kolumne beleuchtet Roland Gruber wie immer mit viel Humor und Tiefgang das Leben aus der Perspektive eines Sehbehinderten.
Wir arbeiten im Blinden- und Sehbehindertenwesen in der Schweiz intensiv mit verschiedenen Partnerorganisationen zusammen, so auch mit der Retina Suisse. Gerne informieren wir an dieser Stelle über personelle Veränderungen bei Retina Suisse.
Der neue Präsident von Retina Suisse kommt aus Genf
Retina Suisse ist die Vereinigung von Patient*innen mit Retinitis pigmentosa, Makuladegeneration, Usher-Syndrom und anderen Erkrankungen des Augenhintergrundes. Nach zehn Jahren im Amt, die im Zeichen der Modernisierung und des Ausbaus von Dienstleistungen standen, ist die Präsidentin von Retina Suisse, Susanne Trudel, an der 46. Generalversammlung vom 12.04.2025 zurückgetreten. Sie übergibt den Stab an das Vorstandsmitglied Laurent Delétraz – mit ihm übernimmt erstmals ein Romand das Präsidentenamt. Am Samstag informierte Retina Suisse auch über die Pensionierung des Geschäftsleiters Stephan Hüsler auf Ende November. Susanne Trudel wird seine Nachfolge am 1. Dezember 2025 antreten.
Skifahren für die Stiftung «Freude herrscht» Symbolbild. Quelle: ski4kids.ch
von links nach rechts: Daniel Borter, Jürg Gibel, Bernarda Brunovic, Dionys Henzen und Daniela Borter.
Schon zum zweiten Mal nahmen Blinde und Sehbehinderte zusammen mit ca. 150 anderen Sportbegeisterten unter der Leitung des CAB-Kursleiters Daniel Borter am «Ski4Kids» teil. Sie sammelten dabei in der Jungfrau-Region Höhenmeter für einen guten Zweck: Kinder für Sport und Bewegung zu begeistern, das ist nämlich das Ziel der Stiftung «Freude herrscht», von Alt-Bundesrat Adolf Ogi initiiert.
Mit Bernarda Brunovic und Jürg Gibel halfen zwei blinde respektive sehbehinderte Ski-Begeisterte mit, Geld für den guten Zweck zu sammeln: Insgesamt sind es mindestens 80’000 Franken, die zusammenkamen. Begleitet wurden die beiden CAB-Teilnehmenden des «Team blind», eine dritte musste leider aufgrund eines Ski-Unfalls absagen, von Daniel Borter und Dionys Henzen. – Und dies alles bei Prachts-Wetter – ein unvergesslicher Tag…
Daniel Borter zeigt sich denn auch begeistert:
Bernarda Brunovic im SRF-Interview. Foto: Daniel Borter.
Was für eine grossartige Performance uns als Team am letzten Dienstag bei schönstem Wetter und perfekten Pisten gelungen ist! Von insgesamt 17 Teams am Start erreichten wir den hervorragenden Platz 14, unglaublich. Dank dem leidenschaftlichen Einsatz aller dürfen wir mega stolz auf das erreichte zurückblicken.
«Nach dem Event ist vor dem Event», so Borter weiter: Er ist bereits daran, zusammen mit der CAB eine Teilnahme 2026 an «Ski4Kids» zu prüfen.
In den folgenden beiden TV-Beiträgen ist zwar nicht vom CAB-Team-bind die Rede, sie geben aber einen guten Überblick über die Veranstaltung vom 18. März 2025:
Augenblicke ist das Magazin der CAB, das sich vorwiegend an Spenderinnen und Spender wendet. In der aktuellen Ausgabe erfahren Sie, wie die CAB bei der Auswahl neuer Kursangebote vorgeht. Ein Beitrag widmet sich spezifisch den neuen Kochkursen mit dem stark sehbeeinträchtigten Profikoch Reto Frey und hält ein Rezept zum Nachkochen für Sie bereit. Die beliebte Kolumne von Roland Gruber und das Porträt der hör- und sehbehinderten Susanne Geisser runden diese Ausgabe ab. Trotz aller Hürden führt die 52-Jährige ein beeindruckend eigenständiges Leben. Die Kurse der CAB erachtet sie als eine willkommene Auszeit vom Alltag.